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Energieeffizienzklassen A+ bis H einfach erklärt

Ähnlich wie bei Kühlschrank oder Waschmaschine trägt auch jedes Wohngebäude im Energieausweis eine Energieeffizienzklasse — von A+ für besonders sparsame Häuser bis H für die größten Energieverschwender. Diese Buchstaben sagen auf einen Blick, wie es um den energetischen Zustand einer Immobilie steht, und beeinflussen damit Heizkosten, Verkaufswert und Vermietbarkeit. Dieser Ratgeber erklärt, welche konkreten Verbrauchswerte hinter den Klassen stehen, wie Sie Ihr Gebäude einordnen und was eine schlechte Klasse für Sie bedeutet.

Energieausweis5 Min. LesezeitAktualisiert am 8. Juni 2026
ecoExperten-Redaktiondena-gelistetes Ingenieurbüro für Energieberatung, Eintrag EB 105217
Energieeffizienzklassen A+ bis H einfach erklärt — Ratgeber von ecoExperten

Was die Effizienzklasse aussagt

Die Energieeffizienzklasse fasst den energetischen Zustand eines Wohngebäudes in einem einzigen Buchstaben zusammen. Grundlage ist der Endenergiekennwert — also die Energiemenge, die das Gebäude pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr benötigt bzw. verbraucht, angegeben in Kilowattstunden (kWh).

Je niedriger dieser Wert, desto besser die Klasse. Die Einteilung macht es möglich, Gebäude ähnlich einfach zu vergleichen wie Haushaltsgeräte — ohne dass man die technischen Details verstehen muss. Geregelt ist die Skala in Anlage 10 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).

Die Klassen und ihre kWh-Werte

Die folgenden Schwellenwerte gelten für den Endenergiekennwert in kWh pro Quadratmeter und Jahr:

  • A+: bis 30 — Passivhaus-Niveau, sehr selten
  • A: bis 50 — hocheffiziente Neubauten
  • B: bis 75 — gute Neubauten und Top-Sanierungen
  • C: bis 100 — neuere oder hochwertig sanierte Gebäude
  • D: bis 130 — solide sanierte Bestandsgebäude
  • E: bis 160 — durchschnittlicher Bestand
  • F: bis 200 — älterer, wenig sanierter Bestand
  • G: bis 250 — energetisch schwache Gebäude
  • H: über 250 — unsanierte Altbauten mit hohem Verbrauch

Wo liegt ein typisches Haus?

Viele Eigentümer überschätzen ihr Gebäude. Ein durchschnittliches Ein- oder Zweifamilienhaus im Bestand landet häufig in Klasse E oder F, Mehrparteienhäuser im Schnitt eher bei E. Die Klassen A+ bis B erreichen fast ausschließlich Neubauten oder umfassend sanierte Gebäude.

Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein wichtiger Realitätscheck: Eine Klasse E oder F ist im Bestand völlig normal. Entscheidend ist, dass Sie den Wert kennen — denn er bestimmt, wie hoch Ihre Heizkosten sind und welche Wirkung eine Sanierung hätte.

Bedarf oder Verbrauch — zwei Wege zur Klasse

Die Effizienzklasse kann sich aus dem berechneten Bedarf (Bedarfsausweis) oder dem gemessenen Verbrauch (Verbrauchsausweis) ergeben. Beide münden in dieselbe A+-bis-H-Skala, kommen aber auf unterschiedlichem Weg dorthin.

Das erklärt, warum zwei bauähnliche Häuser unterschiedliche Klassen tragen können: Beim Verbrauchsausweis schlägt das Heizverhalten der Bewohner durch, beim Bedarfsausweis allein die Bausubstanz. Wer eine objektive Einordnung möchte, ist mit dem Bedarfsausweis besser bedient.

Warum die Klasse immer wichtiger wird

Die Energieeffizienzklasse muss bereits in der Immobilienanzeige genannt werden und ist damit eines der ersten Kriterien, das Interessenten sehen. Eine gute Klasse ist ein Verkaufsargument, eine schlechte drückt zunehmend auf Preis und Vermietbarkeit.

Hinzu kommt: Mit steigenden Energiepreisen und strengeren Klimavorgaben rückt der energetische Zustand stärker in den Fokus von Käufern, Banken und Gesetzgeber. Wer seine Klasse kennt, kann frühzeitig planen — und mit gezielten Maßnahmen den Wert seiner Immobilie sichern.

Häufige Fragen

Welche Energieeffizienzklasse ist gut?

Klassen A+ bis C gelten als sehr gut bis gut und werden meist von Neubauten oder umfassend sanierten Gebäuden erreicht. D und E sind solider Durchschnitt, ab F besteht deutliches Sanierungspotenzial.

Welche Klasse hat ein durchschnittliches Haus?

Ein typisches Ein- oder Zweifamilienhaus im Bestand liegt häufig in Klasse E oder F, Mehrparteienhäuser im Mittel eher bei E. Klassen schlechter als G sind meist unsanierte Altbauten.

Kann ich die Effizienzklasse verbessern?

Ja — durch energetische Maßnahmen wie Dämmung, neue Fenster oder eine effizientere Heizung sinkt der Energiekennwert und die Klasse steigt. Ein Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt, mit welcher Reihenfolge das am wirtschaftlichsten gelingt.

Wo finde ich die Energieeffizienzklasse?

Auf dem Energieausweis Ihres Gebäudes, dargestellt auf einem farbigen Bandtacho. Liegt noch kein Ausweis vor, ermitteln wir die Klasse im Zuge der Ausstellung.

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