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QNG-Siegel: Was es bringt und wann Sie es brauchen

1. März 2025·6 Min. Lesezeit

Beim Thema Neubauförderung fällt seit 2022 immer wieder ein Begriff: QNG, das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude. Manche denken, man braucht es zwingend für die KfW-Förderung. Andere haben es noch nie gehört. Die Wahrheit liegt dazwischen — und ist eigentlich gar nicht so kompliziert.

Was ist das QNG überhaupt? — Das QNG ist ein staatliches Gütesiegel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Es bescheinigt, dass ein Gebäude nicht nur energieeffizient ist, sondern auch nach ganzheitlichen Nachhaltigkeitskriterien bewertet wurde. Dazu gehören unter anderem: Welche Baustoffe wurden verwendet und wie ökologisch sind sie? Wie steht es um Raumluftqualität, Barrierefreiheit und Schallschutz? Wie hoch sind die Lebenszykluskosten über 50 Jahre? Wie gut lässt sich das Gebäude am Ende seiner Nutzungsdauer recyceln?

Bewertet wird das über anerkannte Zertifizierungssysteme — zum Beispiel BiRN oder DGNB. Beide Systeme können sowohl für Wohn- als auch für Nichtwohngebäude eingesetzt werden. Ein akkreditierter Auditor begleitet das Projekt von der Planung bis zur Fertigstellung und stellt die Nachweise zusammen, die dann bei der jeweiligen Zertifizierungsstelle eingereicht werden.

Brauche ich das für die KfW-Förderung? — Nicht zwingend, aber es lohnt sich in den allermeisten Fällen. Das KfW-Programm Klimafreundlicher Neubau (297/298) hat mehrere Stufen. Für die Basisstufe — Effizienzhaus 40 ohne QNG — reicht es, die energetischen Anforderungen und die CO2-Grenzwerte zu erfüllen. Dafür gibt es einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit.

Wer sich zusätzlich QNG-zertifizieren lässt, kommt in die höhere Förderstufe: bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit. Das sind 50.000 Euro mehr Kreditrahmen — bei aktuellen Zinssätzen kann das einen spürbaren finanziellen Unterschied machen. Bei Nichtwohngebäuden steigt die Fördersumme sogar von 2.000 auf 3.000 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche.

Realistisch betrachtet: Wer ohnehin ein Effizienzhaus 40 baut, hat den größten Teil der Anforderungen bereits erfüllt. Die zusätzlichen Nachweise für das QNG sind dann überschaubar — und der deutlich höhere Kreditrahmen macht die Zertifizierung finanziell fast immer sinnvoll.

Wann muss der Auditor an Bord? — Das ist der entscheidende Punkt, und hier gibt es keine Flexibilität: Der QNG-Auditor muss zwingend vor Baubeginn beauftragt werden. Das ist Voraussetzung für den KfW-Antrag. Ein nachträgliches Aufsetzen, wenn der Rohbau steht oder die Baumaterialien schon bestellt sind, ist in der Regel nicht mehr möglich.

Viele der bewerteten Kriterien betreffen Entscheidungen, die ganz am Anfang der Planung fallen: Welche Dämmstoffe kommen rein? Welche Fenster? Wie wird das Gebäude später beheizt und belüftet? Welche Materialien sind schadstoffarm genug? Deshalb gilt: Je früher der Auditor eingebunden wird, desto reibungsloser läuft der Prozess.

Kostet das nicht deutlich mehr? — Das ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Bei frühzeitiger Einbindung des Auditors entstehen neben den Auditorenkosten in der Regel keine nennenswerten Mehrkosten für den Bauherrn. Die Anforderungen des QNG lassen sich bei guter Planung in den normalen Bauprozess integrieren, ohne dass teurere Materialien oder aufwendigere Konstruktionen nötig werden.

Im Gegenteil: Die Nachhaltigkeitsbewertung berücksichtigt den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes. Das bedeutet, dass ein QNG-zertifiziertes Haus über seine Nutzungsdauer betrachtet häufig günstiger ist — durch niedrigere Energiekosten, langlebigere Materialien und geringere Instandhaltungskosten. Man investiert also nicht drauf, sondern plant von Anfang an wirtschaftlicher.

Was die Auditorenleistung kostet — Bei Einfamilienhäusern starten die Kosten für die Zertifizierung bei etwa 2.500 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern kommen pro Wohneinheit weitere Kosten dazu. Angesichts des um 50.000 Euro höheren Kreditrahmens pro Wohneinheit ist das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen in den meisten Fällen eindeutig.

Ein Wort zur Marktsituation — Die QNG-Zertifizierung ist ein vergleichsweise junges Verfahren. Viele Planungsbüros und Energieberater befassen sich erst seit Kurzem damit und müssen Erfahrung aufbauen. Das merkt man zum Teil an den Preisen: Wer sich unsicher ist, kalkuliert konservativer und braucht mehr Zeit. Wir haben mittlerweile eine Vielzahl an Projekten begleitet und konnten unsere Prozesse entsprechend optimieren. Deshalb können wir die Zertifizierung ab 2.500 Euro anbieten — in vielen Fällen bis zu 50 Prozent unter dem, was anderswo aufgerufen wird.

Wie wir arbeiten — Wir übernehmen den kompletten Prozess: Von der ersten Beratung über die Begleitung während der Bauphase bis zur Einreichung bei der Zertifizierungsstelle. Wenn gewünscht, unterstützen wir auch bei der Fördermittelbeantragung bei der KfW. Am Ende bekommen Sie Ihr Zertifikat — und die Gewissheit, dass Ihr Gebäude nicht nur heute, sondern auch in 30 Jahren noch als nachhaltig gilt.

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